Wissenswertes Evangelische Friedenskirche München Trudering
 

Trinitatis

Am Sonntag nach Pfingsten, feiern wir das Dreieinigkeitsfest und danach beginnt die lange Trinitatiszeit, die den ganzen Sommer über fast bis zum Advent dauert, also etwa das halbe Kirchenjahr. Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Trinitatis“ bzw. „Trinität“?

Trinität heißt: Gott ist Einer, aber er hat drei Personen.

Als Christen sprechen wir ja oft von „Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist“. Glauben wir also (entgegen dem Ersten Gebot) an drei Götter? Oder werden mathematische Verrenkungen von uns erwartet, die beweisen sollen, dass 3 gleich 1 sein soll?  Drei Personen: Um das zu verstehen, muss man wissen, was "Person" eigentlich bedeutet. Es kommt vom lateinischen "persona", und damit bezeichnete man die Maske, die antike Schauspieler aufsetzten, um eine bestimmte Rolle zu spielen.

Gott ist also Einer, aber er hat verschiedene „Masken“ auf. Wir begegnen ihm in verschiedenen „Rollen“.

 

 

Wir erleben Gott als Vater, als Schöpfer und Grund der Welt.

 
   

Wir glauben, dass der Mensch Jesus Christus auch Gott war, Gottes Sohn.

 

Und wir erfahren Gottes Wirken und Gottes Kraft in unserem persönlichen Leben und können dies dann „Heiligen Geist“ nennen 

 

Feministische Theologinnen reden auch von der Heiligen „Geistin“, da die hebräische Bezeichnung für den Geist Gottes weiblich ist, und so Gott nicht allein mit männlichen Attributen beschrieben wird.

Die Lehre von der Trinität Gottes, die im Jahr 325 n. Chr. auf dem Konzil von Nizäa festgelegt wurde, ist also eigentlich der Versuch, die Vielfalt Gottes auszusagen. Gott ist nicht auf einen Begriff festzulegen, er ist viel umfassender als wir es je ausdrücken können! Wir können ihn erfahren im Gebet, in der Bibel, in anderen Menschen, in Jesus Christus, in den schönen und schwierigen Seiten unseres Lebens, in der Natur. Vielfältig sind seine Namen: Herr, Vater und Mutter, Guter Hirte, Licht, Fels, Retter, Urgrund, supreme power und... und... und...

Eigentlich müssten wir nicht von der Dreifaltigkeit Gottes reden, sondern von seiner Unendlichfaltigkeit!

Barbara Hopfmüller

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