Tod – Bestattung - Trauer,
Todesanzeigen verraten es: Tod, Bestattungsformen und Trauerriten befinden sich im Wandel. Erdbestattungen werden immer seltener. Feuerbestattungen sind zur häufigsten Form geworden. Die Zahl anonymer Bestattungen steigt. Friedwälder entstehen, in denen die Asche Verstorbener an einem Baum beigesetzt wird. In Todesanzeigen schwindet das Kreuz mehr und mehr und wird ersetzt von einer geknickten Rose oder einem Vogelschwarm.
Die kirchliche Bestattung steht in Deutschland aber immer noch an der Spitze. Sie wird nicht selten selbst für Verstorbene erbeten, die aus der Kirche ausgetreten sind.
Bestattungsformen und Trauerbräuche sind im Wandel – auch wenn die Variationsbreite begrenzt ist. Auch die Auffassungen vom Tod waren nicht zu allen Zeiten die gleichen. Das gilt auch für das Christentum und vom christlichen Glauben geprägte Kulturen. Das Christentum hat aber dort, wo es hingekommen ist, die vorgefundenen Bestattungsformen und Trauerriten stets verändert.
So finden sich ab dem 3. Jahrhundert in Rom mehr und mehr Sarkophage, bei denen die heidnischen Bildmotive ersetzt werden durch biblische.
Die christliche Bestattung oder Trauerfeier nimmt die Trauer und die Klage über den Tod auf, lässt sie zu und stimmt in sie ein. Aber sie erschöpft sich nicht in der Trauer und Klage. die Kirche hat eine Botschaft und hat Geschichten gegen den Tod.
Mit Gebet, Gesang, mit biblischen Worten, mit ihrer Verkündigung und mit dem Zuspruch des Segens tritt sie dem Tod als angeblich letzte Erfahrung des Menschen entgegen. Sie lenkt den Blick auf Jesus Christus, von dem gesagt werden muss: Der Tod konnte ihn nicht vernichten. Im Gegenteil: Er ist im Tod neu lebendig geworden – durch Gott, in dessen Hände er sich gegeben hat. Darum kommen Menschen bis heute zum Glauben an ihn, ist Christus ihre Hoffnung, machen sie Erfahrungen mit ihm, überlassen sie dem Tod und seinen Mächten nicht das letzte Wort.
Der christliche Glaube ist nicht an eine bestimmte Bestattungsform gebunden. Er kann die Vielfalt der Bestattungsformen zulassen, weil er darauf vertraut, dass Gottes Beziehung zum Menschen nicht mit dem Tod endet, sondern in einem anderen Leben neu Gestalt gewinnt.
Gerade deshalb besteht der christliche Glaube darauf, dass auch dem Toten Würde zukommt. Der Tod macht einen Menschen nicht einfach zu einer Sache, mit der man beliebig verfahren darf.

Christof Warnke

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