Jahreslosung Evangelische Friedenskirche München Trudering
 

Zinzendorf – Herrnhut und die Losungen

Wer kennt sie nicht, die Losungen – Gottes Wort für jeden Tag? Seit 1731 erscheinen sie jährlich, heute in über fünfzig Sprachen, und werden in fast aller Welt gelesen.

Wer war der Erfinder der Losungen und der Gründer der Brüdergemeinde in Herrnhut?

Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf wurde 1700 in Dresden geboren. Sein Vater starb kurz nach der Geburt des Sohnes. Der „kleine Lutz“ wuchs bei seiner Großmutter, Henriette Katharina von Gersdorff, auf. Sie war eine der bedeutendsten Frauen des deutschen Pietismus. Auf Drängen der Familie studierte der junge Graf Jura. Theologie wäre seine erste Wahl gewesen. Er entwickelte sich zum theologischen Autodidakten und kehrte der Juristerei, nach einer ersten Stelle als Hof und Justizrat in Dresden, für immer den Rücken. Fortan widmete er sich ganz dem „Dienst am Glauben“ und trat 1727 in den geistlichen Stand. 1722 heiratete er die gleichaltrige Erdmuth Dorothea Gräfin Reuss. Die Arbeitsteilung der Zinzendorfs sah in der längsten Zeit ihres Ehelebens so aus: Erdmuth übernahm alle verwaltungsmäßigen, wirtschaftlichen und familiären Aufgaben, damit war ihr Mann frei zur Arbeit für das Evangelium – in der Brüdergemeinde in Herrnhut, wie auf seinen zahlreichen Reisen, die ihn in viele Länder führten. Von den zwölf Kindern der Zinzendorfs erlebten nur vier das Erwachsenenalter.

1722 kaufte Zinzendorf das Gut Berthelsdorf in der Nähe des Wohnortes der Großmutter. Eine Gruppe, um ihres Glaubens willen vertriebener, mährischer Flüchtlinge, die sich dort ansiedelte, gab dem Ort den Namen „Herrnhut“, weil sie unter der Hut des Herrn leben wollten. Es entwickelte sich eine dynamische Gemeinschaft, die auch die Tradition der Losungen begründete. 1724 entstand die erste Schule in Herrnhut.

Die Graf Zinzendorf Stiftung unterhält heute Schulen in Herrnhut, in Holland, in Tossens an der Nordsee, in Königsfeld im Schwarzwald und unterstützt finanziell Schulkinder in Lettland.

Nach Erdmuths Tod 1756 heiratete Zinzendorf ein Jahr später seine langjährige Mitarbeiterin, die Bauerstochter Anna Nitschmann. Das Ehepaar starb 1760 innerhalb weniger Wochen.

Heute so aktuell wie damals sind die Prinzipien Zinzendorfs:

Solidarisch „Ich bin ein Prediger der Armen“
Ökumenisch „In jeder Religion liegt ein gewisser Schatz.“
Die Brüdergemeinde war ein Ort der gelebten Ökumene.
Jeder konnte seine ursprüngliche Konfession behalten!
Gleichberechtigt „Der Geist Gottes tröstet wie eine Mutter.“
Die Frau bekam eine neue Rolle in der Brüdergemeinde:
Nicht nur Familie, sondern verantwortliche Mitarbeit in der Gemeinde.
Individuell „Glaubt’s doch nicht, dass alle Menschen über einen Kamm geschoren werden können.“

Zinzendorf war auch der Dichter von rund 2000 Liedern, 5 davon stehen in unserem Gesangbuch, 176 im Gesangbuch der Brüdergemeinde. „Herr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir, denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ist’s nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu tun.“ (Gesangbuch 198, Vers 1)

Die Losungen als Geschenkausgabe, Normalausgabe oder CD können Sie im guten Buchhandel erhalten.
Weitere Informationen finden Sie unter www.losungen.de


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