Ewigkeitssonntag Evangelische Friedenskirche München Trudering
 
Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Manche sagen: Wir können nur in unseren Kindern weiterleben und in der Erinnerung der Menschen, mit denen wir zu tun hatten. Eine andere Hoffnung gibt es nicht.

Andere sagen: Die Verstorbenen sind auch nach dem Tod noch um uns. Sie leben als Geistwesen weiter. Wir können ihre Nähe spüren und mit ihnen in Verbindung treten.

Atheisten sagen: Ein Weiterleben nach dem Tod gibt es nicht. Mit dem Tod ist alles aus. Der Mensch zerfällt in seine natürlichen Bestandteile – und das ist das Ende.

Hinduisten und Buddhisten sagen: Nach dem Tod wird der Mensch als ein anderes Lebewesen neu geboren (= Seelenwanderung). In einem unerbittlichen Kreislauf von Leben, Tod und Wiedergeburt wird der Mensch solange neu geboren, bis er gelernt hat, sich von allen Wünschen und Begierden zu befreien. Dann hat die Seelenwanderung ein Ende und er erfährt Erlösung (Hinduismus: Moksha; Buddhismus: Nirwana).

Muslime sagen: Es gibt für alle Menschen, Lebende und Tote, ein „jüngstes Gericht“ Gottes. Wann das erfolgt, weiß nur Gott allein. Er wird die Menschen, die seine Gebote gehalten haben, mit dem Paradies belohnen. Die Ungläubigen und die Sünder müssen zunächst in die Hölle, um dort geändert zu werden. Weil Gott barmherzig ist, wird er auch sie nach einiger Zeit ins Paradies holen.

Juden und Christen sagen: Der Körper des Menschen zerfällt nach dem Tod. Dennoch ist der Tod nicht das Ende. Denn Gott hat mehr Macht als der Tod. Im Tod kehrt das Leben zu Gott zurück, von dem es gekommen ist. Aber es ist nicht einfach eine Fortsetzung des irdischen Lebens, sondern eine andere Form von Leben. Dazu sagen Christen und Juden „Auferstehung“. Wie das genau geschieht, wissen sie nicht. Sie überlassen es Gott.

Aus dem „Kursbuch Konfirmation“

Abschied
Am Grab möchte ich
mehr noch als anderswo
glauben dürfen,
dass es nicht Gott ist,
der mir einen Menschen nimmt, 
den ich liebe.
Am Grab möchte ich
mehr noch als anderswo
sicher sein dürfen,
dass es Gott ist,
der an meiner Seite ist
und mich tröstet.
Tina Willms

Weil wir an die Toten denken, gehen wir auf den Friedhof.

Weil Ewigkeitssonntag ist, gehen wir in die Kirche.

Da die Toten uns näher sind als die Ewigkeit, sprechen wir Christen vom Totensonntag, und der Weg zum Friedhof wird häufiger eingeschlagen als der in die Kirche.

Ich versuche, die Ewigkeit zu buchstabieren:

Ich glaube, dass ich in Gottes Hand bin und das bereits vor meinem ersten Gedanken. Ich bleibe in Gottes Hand über meinen letzten Atemzug hinaus, also bis in Ewigkeit. Gott lässt mich nicht aus seiner Hand fallen. Fallen lassen, das sind menschliche Eigenarten. Gott greift fester zu, wenn ich drohe verloren zu gehen. Und verliere ich das Leben, hält seine Hand mich vollständig umschlossen.

Der letzte Sonntag im Kirchenjahr ist ernst, aber dennoch voll tröstender Hoffnung. Wohl deshalb heißt dieser Sonntag im innerkirchlichen Sprachgebrauch seit Jahrzehnten eigentlich auch nicht mehr Totensonntag. Er heißt EWIGKEITSSONNTAG. Das Gedenken an die Toten und an das Sterben bleibt beim Tod nicht stehen. Es öffnet sich vielmehr auf eine lebendige Zukunft, die unser Begreifen übersteigt: auf Gottes Ewigkeit, die uns im Glauben verheißen ist.

Carmen Jäger

Was bedeutet der Tod für mich?

Der Tod ist etwas Notwendiges und Unfassbares. Ich kann mir nicht vorstellen, was unter der Erde geschehen wird. Mir persönlich ist der Tod unheimlich, aber um vor ihm Angst zu haben, ist er noch zu weit entfernt.

Der Tod hat nicht Erschreckendes, höchstens die Art, wie er eintritt.

Vielleicht gibt es so etwas wie ein Leben nach dem Tod – aber: Wie kann man sicher sein?

Der Tod ist für einen eine sehr ängstliche Angelegenheit. Aber wenn man ihn genau überdenkt, stellt man fest, dass er zum Leben dazugehört und ganz normal ist.

Der Tod ist das Ende des Lebens. Ich glaube nicht an ein Leben danach. Das macht mir Angst.

Man kommt nach dem Tod in den Himmel, wo Gott einen empfängt und man für immer „weiterlebt“.

Es kommt ein schwarzer Tunnel.

Der Tod ist eine Erlösung; nach ihm kommt das ewige Licht, das Jenseits.

Ich habe keine Angst vor ihm; doch tot sein will ich auch nicht unbedingt.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass nach dem Tod einfach nichts ist.

Gedankensplitter von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern zusammengestellt von Matthias Aettner, Berlin-Zehlendorf

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