Wissenswertes Evangelische Friedenskirche München Trudering
 


Weihnachtsmann... Christkind... Nikolaus... Knecht Ruprecht
Wer schenkt denn nun?

Wer sind sie, die rotgewandeten und rauschebärtigen Männer, die auf Weihnachtsmärkten, Betriebsfeiern und vor Kaufhaustüren auftreten? Nikolaus, Weihnachtsmann, oder Knecht Ruprecht? Und macht es überhaupt einen Unterschied, wer sie sind? Wenn man genauer hinsieht, schon: Der Heilige Nikolaus – zu erkennen am hohen Bischofshut und am Hirtenstab – war ein christlicher Bischof, der im 4. Jahrhundert an der türkischen Mittelmeerküste lebte. Er wurde in der Geschichte des Christentums nicht nur zum Schutzpatron der Seefahrer, sondern auch zum Kinderfreund: zu sehen und zu schmecken an den Süßigkeiten, die sich am Morgen des 6. Dezember in den Schuhen oder Strümpfen der Kinder finden.

Der Weihnachtsmann dagegen (in den USA bekannt als Santa Claus, in Russland als Väterchen Frost) entstammt der europäischen Märchenwelt, und ist – samt Wichteln, Elfen und fliegendem Rentierschlitten – dafür zuständig, die Geschenke für den Weihnachtstag herzustellen und auszuliefern.

Doch auch hier scheiden sich die Geister: Für andere ist es das Christkind, das die weihnachtlichen Geschenke bringt. Es gibt nur wenige Beschreibungen, wie es aussehen soll: eher klein, eher weiblich, wahrscheinlich mit Flügeln – also ein Engel- oder Elfenwesen aus der Märchenwelt. Jedenfalls nicht Jesus, das biblische Christkind, das Christen schon seit Jahrhunderten als geschnitzte Holzfigur in die Weihnachtskrippe legen, oder auch in früheren Jahrhunderten als Holzpuppe in den Armen wiegten, um so Gottes Nähe leibhaftig zu erfahren.

Und schließlich Knecht Ruprecht, die dunkle Gestalt, die mal an der Seite des Nikolaus auftritt, oder auch allein. Er stammt wie die "Perchten" und "Buttenmandn" im Alpenraum aus dem vorchristlichen Brauchtum.

Was trägt und schützt in der dunkelsten Zeit des Jahres? Die Christen sagen: der, der in den dunkelsten Tagen geboren wurde, Jesus Christus, das Licht der Welt. So wie es die drei Heiligen Könige, die am 6. Januar durch die Straßen ziehen, an die Haustüren schreiben: "Christus Mansionem Benedicat", Christus segne dieses Haus.

Ullrich Holste-Helmer

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