Pfarrer Jürgen Kauffmann Evangelische Friedenskirche München Trudering
 

Grüß Gott, liebe Gemeinde!

Am 1. September 2006 bin ich als Ihr neuer Pfarrer zu Ihnen nach Trudering gekommen. Ihre Gemeinde war mir nicht unbekannt. Während meines Studiums in München habe ich 1979 ein sechswöchiges Seelsorge-Praktikum in Trudering gemacht. Hausbesuche, Einblicke in die Gemeindearbeit, Begegnungen und Gespräche mit den damaligen Pfarrern Rohrbach und Wagner sind mir noch in guter Erinnerung. Nun also komme ich ganz zu Ihnen, zusammen mit meiner Frau Ute und unseren beiden Töchtern Laura und Johanna, sowie unserem Kater Findus.

Dass ich einmal in München leben werde, war mir nicht in die Wiege gelegt. Als gebürtiger Hamburger kam ich durch den Beruf meines Vaters nach Ingolstadt. Dort absolvierte ich meine Schullaufbahn und wurde kirchlich so geprägt, dass ich Pfarrer werden wollte. Das Studium führte mich nach Erlangen und München. Intensiv habe ich mich mit dem Neuen Testament, der Theologie Martin Luthers und der Praktischen Theologie beschäftigt. Als Vikar kam ich 1981 nach Augsburg-St. Ulrich. Dort lernte ich meine spätere Frau Ute kennen. Im Pfarrvikariat arbeitete ich ab 1983 in Passau in der Gemeinde und nebenamtlich als Studierendenseelsorger an der jungen Universität. Ab 1987 war ich fast 14 Jahre lang Pfarrer in der Gemeinde München-Emmauskirche (Harlaching). Verantwortlich war ich vor allem im Bereich der Kinder-, Jugend-, und Familienarbeit. In dieser Zeit übernahm ich übergemeindliche Aufgaben, wie etwa die Leitung der regionalen Fortbildungen für Pfarrer(innen) in den ersten Amtsjahren (FEA) oder die des Seniors des Pfarrkapitels München-Süd.

Im September 2001 verließen meine Familie und ich die Gemeinde für ein Sabbatjahr in den USA. Auf Einladung der Moravian Church (Herrnhuter Brüdergemeinde) kamen wir nach Bethlehem (Pennsylvania). Dort arbeitete ich als "part time pastor" und studierte an der Theologischen Hochschule. Außerdem erkundeten wir viele Staaten an der Ostküste - von Maine im Nordosten bis Florida im Süden.

Im September 2002 wurde ich zum Pfarrer in Friedberg und gleichzeitig zum Dekan für den Dekanatsbezirk Augsburg, Region Ost. gewählt. Hier wirkte ich an der Umsetzung des Augsburger Dekanenmodells mit. Dieses Modell bedeutet, dass ein Kollegium aus vier Dekanen gleichberechtigt den Dekanatsbezirk leitet. Die Umsetzung war eine spannende, aber auch herausfordernde Aufgabe, eine Erprobungsphase, die zunächst bis zum 30. Juni 2006 begrenzt war. Das kollegiale Leitungsmodell hat sich bewährt und ist inzwischen durch Kirchengesetz auf Dauer gestellt. Nach der Erprobungsphase musste in Augsburg allerdings eine Dekansstelle eingespart werden. Diese Notwendigkeit war für mich Anlass, das Für und Wider meines geteilten Dienstes (zur Hälfte in einer großen Diasporagemeinde, zur anderen Hälfte in einem großen Dekanatsbezirk) abzuwägen. Wofür ich mich entschieden habe, wissen Sie: Ich komme nun zu Ihnen, um wieder "ungeteilt" als Pfarrer in der Gemeinde arbeiten zu können. Ich freue mich auf die neue Aufgabe und bin gespannt auf die Begegnungen mit Ihnen.

Jeder Neubeginn ist mit einem Abschied verbunden. Das gilt für Sie als Gemeinde ebenso wie für mich und meine Familie. Ich vertraue darauf, dass uns in den Übergängen des Lebens Gott besonders nahe kommt und uns Kräfte schenkt, die uns zuversichtlich die nötigen Schritte in die Zukunft gehen lassen. Die Jahreslosung 2006 höre ich als großen Zuspruch für uns: Gott spricht: "Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.." (Josua 1,5). In dieser Zuversicht grüßt Sie herzlich

Ihr Jürgen Kauffmann

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